Kreuzfahrten

Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.

So beginnt die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigen-Staaten.

Chrono.Tours bringt Sie als Zuschauer dieser Verkündung am 4. Juli 1776 dorthin, wo amerikanische Geschichte geschrieben wurde.

Der Nil und die Fruchtbarkeit

Bedingt durch den Monsunregen über den Hochebenen Äthiopiens, die zum Teil 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegen, kommt es jedes Jahr zur Nilschwemme.
Durch den Anstieg des Nils um das Fünf‑ bis Zehnfache werden auch Sedimente, die rot gefärbt sind, mitgespült.
Dies sorgt dafür, dass der sogenannte „Rote Nil“ entsteht.
Schon vor mehr als 5000 machten sich die Ägypter die Nilschwemme zur Fruchtbarmachung der Felder zunutze.

Chrono.Tours fliegt ins Jahr 4000 vor Christi Geburt nach Ägypten und beobachtet von oben die Nilschwemme.
Zudem können zeitgeraffte Bewegtbilder in den Zeitkreuzfahrtschiffen angeschaut werden.

Chrono.Tours war nicht untätig.
Ab dem 1. Februar werden neue Kleinomnibusse für den Kundentransfer eingesetzt.
Diese scherzhaft genannten „Delphine“ können bis zu zehn Passagiere aufnehmen und pendeln zwischen den Zeithäfen und den Städten.
Manchmal ist es notwendig, dass es Sammeltransporte gibt.

„Der Sekundenzeiger der Geschichte“ berichtet über die Lage von Chrono.Tours.
Vielen Dank für die Bereitstellung dieser Abschrift.

Durch den Erlass, dass Zeitreisen innerhalb der Zeit der weltumspannenden Epidemie verboten sind, ist es für Unternehmen wie das Zeitreisebüro Chrono.Tours schwer geworden.


Der „Mercator Tempus Itinerantur“ von Chrono.Tours, Dietmar Edelherr von Syntronica, erzählte uns, wie sich seine Compagnie über Wasser halten kann.

„Es gibt keine Probleme“, beginnt er, „es gibt nur Herausforderungen.“ und lässt sich in den Sessel sinken, „Chrono.Tours war anfangs ruinös, als meine Herzallerliebste und ich es übernahmen, aber wir haben es zu einem großen Unternehmen gemacht. Es floriert und wächst seit Jahren.“

Er erzählt, wie er zu Chrono.Tours gekommen war.

„Wir hatten einst selbst eine Zeitkreuzfahrt gemacht. Zu der Zeit hieß es noch Äther-Tours. Wir waren begeistert von dem Angebot. Wir freundeten uns mit den Besitzern an. Leider mussten wir feststellen, dass der damalige Besitzer leider der Spielsucht verfallen war. Wir besitzen eine Einhorn-Stallung mit Rennbetrieb und hatten ihn und seine Gattin eingeladen. Er verlor viel Geld bei der Einhorn-Wette. Seine Gattin klagte darüber, nachdem er viel verloren hatte. Wir halfen ihnen mit einer Bürgschaft, doch die Probleme hielten an.“

Er malt ein schlimmes Bild der Spielsucht. Die Edelleute von Syntronica konnten noch immer die Verluste durch Anleihen katalysieren, doch es wurde durch die Sucht ein Fass ohne Boden.

„Da die Compagnie stagnierte, obwohl gute Gewinne gemacht wurden, mussten wir irgendwann die Bremse ziehen“, sagt er, „wegen der anfänglichen Bürgschaft hatten wir Einlagen geschaffen, die sehr schnell aufgebraucht waren. Wir stellten ihn vor die Wahl. Er gab erst klein bei, doch dann kamen wir dahinter, dass die Wartungsarbeiten an den Schiffen nicht gemacht wurden und er das Geld für Wetten genutzt hatte. Wenn man einen Süchtigen weiter unterstützt, zieht er einen mit herunter. Wir zogen uns irgendwann heraus und kündigten die Freundschaft. Ein Vierteljahr später trafen wir seine Gattin, die uns sagte, ihr Mann habe Suizid begangen aus dem Antrieb heraus, dass er die Schulden nicht mehr tilgen konnte.“

Edelherr von Syntronica verharrte kurz und schüttelte den Kopf.

„Da Maélis – So heißt sie mit Vornamen. – mit den Nerven herunter war, kauften wir ihr das verschuldete Unternehmen ab. Die Hälfte der Schiffe mussten generalüberholt werden. Wir schafften neue Angebote und schafften es, Kunden zurückzugewinnen. Wir änderten den Namen, um einen Neuanfang zu starten. Nun sind wir eine große Compagnie.“

Er nippt von der Tasse Kaffee.

„Wir von Chrono.Tours geben nicht auf. Aus einem ruinösen Schuldenloch sind wir durch neue innovative Ideen herausgekommen. Dadurch das ich schon das Vakzin in mir trage, habe ich die Konzession erhalten, zumindest wieder Individualreisen zu machen, zusammen mit meiner Herzallerliebsten versteht sich. Wir haben uns während der Epidemie Gedanken gemacht und werden, wenn das Zeitreiseverbot aufgehoben wurde – viele neue Angebote präsentieren. Soviel kann ich verraten, die neuen Angebote werden aufregend.“

Das Zeitreisebüro Chrono.Tours ist eines der Unternehmen, die sich nie geschlagen geben und immer neue Ideen haben.

Der Leiter des Zeitreisebüros Chrono.Tours ist auf der Suche nach neuen Lokationen und Destinationen für Zeitreisen.
Streng nach den Regeln des „Departments für Medizin und Hygiene“ und der „Organisation der Zeitreisenden“ darf er sich momentan auch temporal fortbewegen.
Der Vorteil ist, dass der „Mercator Tempus Itinerantur“ zu denen gehört, die schon ein Vakzin erhalten haben.
Trotz alledem wird aber auf einen hohen Grad der Hygiene geachtet.

Dieses Lichtbild entstand am Abend vor dem Zeitreiseverbot.

Chrono.Tours beendete eine Zeit-Kreuzfahrt.

Mit dem Dampfzug wurden die Passagiere vom „Zeit‑ und Dampfbahnhof Württemberg“ in ihre Heimatorte gebracht.

Wegen der weltumspannenden Epidemie dürfen momentan keine Zeitreisen stattfinden.

Chrono.Tours hofft, dass es bald weitergehen kann.

Aufgrund der einhergehenden Beschränkungen sind momentan keine Zeitreisen gestattet.
In enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und der Organisation der Zeitreisenden darf es keine touristischen Zeitreisen geben.
Unter sehr strengen Auflagen sind geschäftliche allerdings erlaubt.
Dies muss aber mit den Gesundheitsbehörden abgesprochen sein.

In Zeiten der erdballumspannenden Seuche sind solche Maßnahmen bitter notwendig.

Wir bitten um Ihr Verständnis!